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Eine Italien Tour, 18 Tage bis ans Ende des Stiefels

In Italien hatte ich bereits zuvor schon einige Male Urlaub gemacht – im Cilento an der Amalfiküste im Süden Italiens. Schon damals war ich sehr begeistert von dem schönen Italien mit seinen kleinen Gassen in den Städten und Dörfern, dem kristallklaren Meer, dem tollen Essen und der Gastfreundlichkeit der Italiener. Doch diesmal sollte es bis ans Ende des Stiefels nach Kalabrien gehen.

Unsere Italien Tour ging knapp drei schöne Wochen lang und wir haben insgesamt eine Strecke von fast 6000km zurückgelegt, da wir ab Deutschland mit dem eigenen Auto gereist sind, ohne Flug und Mietwagen. Diese Tour solltet ihr also am besten nicht alleine unternehmen, damit ihr euch auf der langen Strecke auch einmal mit dem Autofahren abwechseln könnt.

Routenverlauf

  • 1 Übernachtung in Canali, nur Zwischenstopp
  • 6 Übernachtungen in Punta Licosa - Santa Maria di Castellabate
  • 6 Übernachtungen in Capo Vaticano, Ausflüge nach Tropea, Sizilien
  • 4 Übernachtungen in Castelnuovo del Garda, Fahrradtouren

Zwischenstopp in Canali, Nähe Parma

Köln – Parma – 950km – 9Std. 30Min

Bei dieser unglaublich weiten Strecke, ist es ratsam, wenn nicht sogar nötig irgendwo einen Zwischenstopp einzulegen. Unseren Stopp haben wir auf ca. der Hälfte der Strecke bis zur ersten Hauptstation gelegt. Wir haben uns für ein ruhiges Guesthouse auf dem Land in dem kleinen Örtchen Canali, in der Nähe von Parma entschieden. Hier haben wir wirklich nur eine Zwischenübernchtung eingelegt, bevor es am nächsten Morgen direkt weiter ging. Leider ohne uns Parma anzuschauen, welches ganz in der Nähe liegt. Ein Besuch lohnt sich aber gewiss immer und das Probieren des berühmten Parma Schinkens mit Sicherheit auch. Wer also ein bisschen mehr Zeit hat und es etwas entspannter angehen lassen möchte, wird hier bestimmt auf seine Kosten kommen. Wenn euch die Fahrstrecke bis hierhin zu weit ist, könnt ihr noch einen vorherigen Zwischenstopp in der schönen Schweiz einrichten, bspw. am Bodensee.


Tipp: Restaurante Piccolo Paradiso - ganz tolles Restaurant in dem alle italienischen Gerichte frisch zubereitet werden und zum Nachtisch erhaltet ihr einen leckeren Limoncello, Via S. Marco 10, 42123 Reggio nell´Emilia

Amalfiküste – Cilento

Parma – Punta Licosa, Castellabate – 772km – 8Std.

Nachdem wir eine Nacht in der Nähe von Parma verbracht hatten, ging es weiter in Richtung Amalfiküste. Das Gebiet des Cilento liegt in der Region Kampanien und gehört zu der Provinz Salerno im Süden Italiens. Heute gehören viele Teile zu einem Nationalpark und sind Teil des UNESCO – Weltkulturerbes. Das Gebiet erstreckt sich über knapp 100km Küste mit vielen Bergen und meist mittelalterlichen kleinen Dörfern. Unsere Route führte uns zum Küstenort Licosa mit der gleichnamigen vorgelagerten Insel Punta Licosa vor der es Spuren einer großen römischen Ansiedlung gibt, die bei einem Seebeben vor sehr vielen Jahren zerstört wurde. Nach einer mystischen Legende zufolge, war die Insel einst Heimat der Sirenen die auch Odysseus bezirzen wollten. Odysseus wollte den verführerischen Sirenen mit einem Trick entkommen und verband die Ohren aller Insassen seines Bootes. Er selbst wollte dem Gesang lauschen und ließ sich somit an den Hauptmast fesseln. Eine der Sirenen, die kleine Sirene „Leucosia“ war in ihn verliebt. In Trauer und Wut über die unerfüllte Liebe, stürzte sie sich zusammen mit ihren Schwestern von einer Klippe hinunter in die Tiefe des Meeres. Somit wurde die Insel zu ihrem Grab. Man sagt, dass der Aufprall auf das Wasser die Sirenen versteinern ließ.
Im Naturschutzgebiet vor Punta Licosa liegen einige privat geführte Ferienhäuser und die Zufahrt ist meist nur mit vorheriger Anmeldung und Erlaubnis möglich. Der Eingang zum Gebiet ist durch ein Tor gesichert welches zeitweise mit einem Wächter besetzt ist.
Wir hatten uns ein Ferienhaus, keine 100m vom Meer entfernt gemietet, das von einem riesen Grundstück umsäumt ist. Hier finden sich verschiedene Obst- und Gemüsesorten. Die Besitzer sind unglaublich liebenswürdig und haben uns fast jeden Morgen frische Eier und Obst vorbei gebracht. In diesem traumhaften Fleckchen Erde haben wir eine Woche überwiegend damit verbracht, einfach nur die Seele baumeln zu lassen oder im türkisblauen Meer zu schnorcheln.
Wirklich wunderschön und empfehlenswert ist der einmalige Sonnenuntergang, der jeden Abend bewundert werden kann und sich in allen möglichen Facetten zeigt. Oft haben wir einfach nur am Steg gesessen, aufs Meer geschaut und dabei zugesehen wie die Sonne am Horizont verschwindet. In meinem Beitrag Wunderschönes Cilento - meine 6 Highlights, könnt ihr etwas mehr über das Cilento erfahren.

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Capo Vaticano

Punta Licosa – Capo Vaticano – 411 km – 5Std. 20Min

Nach einer Woche im schönen Cilento, ging unsere Italien Tour weiter über die Reggio Calabria in Richtung Kalabrien, genau genommen nach Capo Vaticano. Capo Vaticano befindet sich in der Gemeinde Ricadi, südwestlich von Vibo Valentia und nicht weit entfernt von Tropea. Das Kap liegt knapp 284 Meter über dem Meeresspiegel und ist ein Ausläufer des Monte Poro. Das Gebiet präsentiert auch heute noch weitestgehend unberührte Landschaften mit außergewöhnlicher Schönheit. Hier finden sich atemberaubende Panoramen mit schroffen Felsformationen und unberührten Buchten mit kristallklarem Meer.
Auch hier haben wir uns ein kleines Ferienhaus für eine Woche gemietet – das Praia de Fuoco. Hier befinden sich auf einem abgezäunten Grundstück, direkt an einer Klippe gelegen, mehrere kleine Ferienhäuser für unterschiedliche Personenanzahlen. Das absolute Highlight dieser Unterkünfte ist die eigene private Bucht, die entweder nur über das Grundstück erreichbar ist, oder mit einem Boot angefahren werden kann. Wir hatten das Glück, dass wir zu diesem Zeitpunkt die einzigen Gäste waren, und somit eine ganze Bucht für uns alleine hatten – wie im Paradies!
Der Abstieg zur Bucht erwies sich allerdings als kleine Herausforderung – zumindest sollten sich hier nur Trittfeste Personen hinunter wagen. Der Weg nach unten besteht aus unzähligen Stufen und auch vor herunterrollenden Felsen sollte man sich in Acht nehmen. Runter geht bekanntlich immer einfacher als rauf – der Weg hinauf ist wirklich anstrengend, aber die Bucht ist einfach so wunderschön und einmalig, so dass wir dies gerne in Kauf genommen haben.

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Tagesausflüge


Tropea

Nicht weit von Capo Vaticano, in ca. 15km Entfernung befindet sich Tropea. Tropea liegt auf einer Felsklippe mit Blick auf den Stromboli der in der Ferne auf dem Meer zu schweben scheint. Hinter jeder Ecke verstecken sich hier Restaurants, Geschäfte und wenn man nicht aufpasst vor lauter Staunen, kann man sich in den vielen kleinen Gassen fast verlaufen.
Am meisten gefreut habe ich mich auf das so bekannte Tartufo Eis, welches ursprünglich aus dem Nachbarort Pizzo stammt, aber in Tropea auch überall angeboten wird. In der klassischen Variante besteht dieses unglaublich leckere Eis aus einer großen Kugel Vanilleeis, mit einem Kern aus dunkler Schokolade, umgeben von einer Hülle aus Schokoladeneis und Kakaopulver – hmmmmmmm, sollte unbedingt probiert werden. Ebenso bekannt wie das Eis, sind die roten Zwiebeln, die gerne ein gewähltes Mitbringsel sind und in Italien in fast keinem Gericht fehlen (Pizza, Pasta- Soße, Salat).
Da die Auswahl an Restaurants in Tropea so unglaublich groß ist, sind wir fast jeden Abend hier her gefahren um zu Abend zu essen. Es gibt hier wirklich kein Restaurant welches man nicht empfehlen könnte. An einem Abend haben wir sehr leckere Cocktails getrunken. Die Cocktailbar (AL MIGLIARESE) befindet sich mitten auf einem Platz (Largo Migliarese) und der Kellner bereitet euren Cocktail direkt bei euch am Tisch für euch zu. Die Cocktails sind mit ca. 15€ nicht ganz günstig – vermutlich bezahlt man die kleine Showeinlage mit, dennoch schmecken die Cocktails super.
Tropea ist für mich ein Örtchen zum Flanieren, Shoppen, Essen und Sonnenuntergänge genießen.



Tipp: Parkplätze sind in Tropea meist sehr rar. Wir haben immer etwas außerhalb in einer Seitenstraße Glück gehabt (z.B. Via Piave)

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Tagesausflug nach Sizilien – der Ätna- wie Sie sehen, sehen sie nichts

Da wir nun schon mal am Ende des Stiefels waren, beschlossen wir einen Tagesausflug nach Sizilien zu unternehmen, um uns den Ätna anzusehen. Im Nachhinein betrachtet war dieser Tagesausflug doch relativ anstrengend und die Anfahrt inklusive Überfahrt mit der Fähre zu aufwendig für das was sich uns am Ende geboten hat. Nämlich absolut nichts. Leider hatten wir kein großes Glück mit dem Wetter und der komplette Gipfel war mit dichten Wolken bedeckt und es zog sogar noch ein Gewitter auf. Die Fahrt hinauf mit der Seilbahn kostet 30€ pro Person. Solltet ihr also vor haben einen Ausflug auf den Ätna zu unternehmen, vergewissert euch, dass den ganzen Tag das Wetter beständig sein soll und ihr somit auf dem Gipfel auch einen tollen Ausblick genießen könnt.

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Gardasee

Capo Vaticano – Gardasee – 1190km – 11Std. 56Min

Nachdem wir eine tolle Woche in Kalabrien verbracht hatten, ging es für den Rest unserer Italien Tour in Richtung Gardasee. Dies war nochmal ein ganz schön anstrengendes Stück Strecke, aber wenn man sich die Strecke zu zweit teilt, geht es ganz gut.
Wir haben uns im Süden des Sees ein Hotel gebucht, in der Nähe von Castelnuovo del Garda. Im Nachhinein betrachtet, schien es in Richtung Norden weitaus schöner zu sein als im Süden des Sees. In der Ecke rund um Peschiera ist es sehr überlaufen und es herrscht eher Freibadfeeling als Erholung. Dies mag Geschmackssache sein, aber wer eher die etwas idyllischere Umgebung sucht, sollte sich im Norden des Sees einquartieren.
Wir haben uns an einem Tag ein Fahrrad ausgeliehen und sind über Lazise und Bardolino gefahren. Diese beiden Orte sind wirklich sehr schön und es ist möglich den kompletten Weg am See entlang zu fahren. In Lazise gibt es zahlreiche kleine Läden zum Shopping und viele Restaurants und Café´s.

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Heimfahrt

Gardasee – Köln – 953km – 9Std. 35Min

Alle schönen Tage gehen einmal zu Ende und so haben wir voller Unlust die lange Heimreise angetreten.

Unterkünfte


  • Canali, nahe Parma:Corte San Giorgio B&B, DZ mit Frühstück ca. 70€
  • Punta Licosa: Ferienhaus Piccolo Paradiso ab 840€ pro Woche
  • Capo Vaticano: Praia de Fuoco, je nach Hausgröße zwischen 500€ - 1200€ pro Woche
  • Gardasee: Mod 05 Living Hotel, DZ mit Frühstück ca. 100€

 

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